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Purpose-Orientierung trifft auf Führung

Aktualisiert: 21. Okt. 2021

Ein Gastbeitrag von Anna Knobloch


Im September 2021 erschien im Health&Care Management-Magazin unter dem Titel "Das Warum ist essenziell" ein Beitrag von Dr. Felix Hoffmann und mir zum Thema purpose- bzw. werteorientierte Führung im Gesundheitswesen. Im Rahmen unserer Recherchen und auf der Suche nach einer Antwort darauf, wie Führungskräfte den Wandel hin zu einem purpose-orientierten Unternehmen gestalten können, entstanden sieben Elemente purpose-orientierter Führung, die es leider nicht mehr in den Artikel hineingeschafft haben. Das wollen wir nun nachholen: In diesem Blogbeitrag stellen wir die sieben Elemente vor.


1. Persönliche Entwicklung


Purpose-orientierte Führung beginnt bei der Führungskraft selbst. Nur wenn eine Führungskraft, egal ob Arzt oder Ärztin, PDL, Abteilungsleitung oder Geschäftsführer:in, sich selbst in Richtung Purpose-Orientierung lenkt, wird sie diese Haltung auch gegenüber Mitarbeitenden vertreten. Eine Führungskraft sollte für sich selbst die Frage nach dem "Warum" beantworten können und sich ihrer eigenen Stärken, Werte und Ziele bewusst sein. Nur dann kann sie ihr Handeln daran orientieren. Diese innere Arbeit (die Suche nach dem eigenen tieferen Sinn) ist dabei nie vollends abgeschlossen, sondern wird von einer kontinuierlichen Selbstreflexion begleitet.


2. Unterstützung


An Purpose orientierte Führungskräfte bieten ihren Mitarbeitenden ihre Unterstützung bei der Sinnsuche und -verwirklichung an. Hierzu stellen sie die Frage, wie sich persönlicher Purpose und berufliche Tätigkeiten miteinander verbinden lassen. Dazu gehört auch die kooperative Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen und Teams. Im Vordergrund steht dabei der gemeinsame Beitrag zur optimalen Patientenversorgung und nicht das im Gesundheitswesen noch weit verbreitete Silo- und Sektorendenken.


3. Raum für Kontakt & Beziehungen


Purpose-Orientierung steht für Authentizität. Daher sollten Führungskräfte, die Purpose-Orientierung anstreben, authentische und positive Beziehungen zu ihren Mitarbeitenden pflegen. Seinem Gegenüber die volle Aufmerksamkeit schenken, ihm oder ihr zuhören. Durch Authentizität entsteht zwischen Führungskraft und Mitarbeitenden ein Gefühl des Vertrauens, die Grundlage für erfolgreiche Zusammenarbeit.


4. Partizipation


Damit ist mehr als die bloße Teilnahme der Mitarbeitenden an Teamsitzungen gemeint. Partizipation steht für Teilhabe, aktive Beteiligung und die Möglichkeit selbst an Entscheidungen mitwirken zu können. Purpose-orientierte Führungskräfte treffen Entscheidungen gemeinsam mit ihrem Team. Hierzu zählt auch, dass die Führungswerte gemeinsam abgestimmt und von allen Teammitgliedern mitgetragen werden.


5. Orientierung & Sinn


Führungskräfte können die Haltung der Purpose-Orientierung nur dann in das Unternehmen hineintragen, wenn sie diese tagtäglich vorleben. Dazu gehört das Aufzeigen eines gemeinsamen Zielbildes und die Umsetzung der Werte, die zuvor in gemeinsamen Teamsitzungen formuliert wurden. Dies fördert aktiv das Erleben einer Sinngemeinschaft. Dazu gehört auch eine transparente Kommunikation seitens der Führungskraft. Transparenz ermöglicht es Mitarbeitenden, Entscheidungen leichter nachvollziehen zu können. Transparenz bietet Orientierung und Sicherheit.


6. Stärkenfokussiertes Denken


An Purpose orientierte Führungskräfte fokussieren sich auf die Stärken ihrer Mitarbeitenden und denken nicht defizitorientiert. Stärkenorientierung unterstützt dabei die Potenzialentfaltung der Mitarbeitenden und ermöglicht persönliches Wachstum. Hierzu geben Teamleiter:innen ihren Mitarbeitenden Gestaltungsmöglichkeiten, sodass sie ihre Stärken in das Team bestmöglich einbringen können.


7. Erfahrungsaustausch


Die tägliche Zusammenarbeit gerade im Bereich der Gesundheitsversorgung lebt vom Erfahrungsaustausch. Purpose-orientierte Führungskräfte nehmen sich Zeit für regelmäßige Feedbackgespräche/Fallbesprechungen. Miteinander lernen bedeutet voneinander zu lernen, weshalb gerade im Gesundheitswesen interdisziplinäre und hierarchieübergreifende Zusammenarbeit so bedeutend ist.


PURPOSE


Gemeinsam bilden diese sieben Elemente das Akronym PURPOSE. Sie fördern das Sinnerleben bei den Mitarbeitenden und sorgen so für Motivation und Engagement. Das Resultat: ein gesteigertes Wohlbefinden aller Beteiligten am Arbeitsplatz – sowohl bei Mitarbeitenden und der Führungskraft selbst. Darüber hinaus spiegeln diese Elemente auch jene Werte wider, die generationsübergreifend zunehmend an Bedeutung gewinnen.


Die hier vorgestellte Liste kann sicherlich noch um weitere Elemente ergänzt werden. Hinterlasst diese doch gern in den Kommentaren.


Die Autorin

Anna Knobloch kommt aus der östlichsten Stadt Deutschlands und ist Studentin im Masterstudiengang „Management im Gesundheitswesen“ an der Hochschule Zittau/Görlitz. Seit März 2020 ist sie Mitglied bei Hashtag Gesundheit e.V. und als Mentee Teil des vereinseigenen #Mentoringprogramms. Gemeinsam mit ihrem Mentor Dr. Felix Hoffmann, Vorsitzender des Vereins Purpose:Health e.V., entstand die Idee für diesen Blogbeitrag.



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